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Vollverschlüsselter Linux PC mit 32 GB RAM und 1 TB SSD in Buchgröße

Auch ein John Cyber als Freund feiner Hardware aus dem Hause Apple kommt nicht ohne mindestens ein gutes Linux-System aus. So sehr Mac OS auch der gute Begleiter jeden Tages ist, so wenig ist in der letzten Konsequenz einem kommerziellem Betriebssystem aus US-amerikanischen Landen zu trauen. Seit den Enthüllungen des tapferen Herrn Snowden braucht kein Mahner ob ungerichteter Spionage mehr den Titel Verschwörungstheoretiker erdulden. Ja, Linux ist vertrauenswürdiger als Mac OS.

Das kleine Abenteuer für Nervenstarke

Mein in diesem kleinen Artikel präsentierter und zum Nachbau anregender jüngster vollverschlüsselter Linux Mint Office PC hat der neuen Denke wegen Buchgröße. Na ja, es kommt einem dickeren Buch nahe… Jedenfalls ist meine neue Marschrichtung weg vom großen Tower-Gehäuse und dies geht dann überkreuz mit dem von mir favorisierten Mini-ITX Format das Mainboard betreffend. Nach einiger Suche blieb ich beim InWin Chopin in der Wahl des infrage kommenden Chassis hängen. Es ist äußerst schick. Sowohl beim ersten Betrachten auf Bildern wie auch nach getaner Arbeit. Ich will vergessen, dass das Hantieren fummelig war, dass es in der Summe gar zum fummeligsten aller meiner Mini-ITX Projekte geraten sollte.

Wäre ich die Company InWin, so würde ich das Gehäuse um etwa 2 cm in der Tiefe wachsen lassen, allein um die Aussparung für das Einsetzen des Mainboards zu vergrößern. Die Stromversorgungskabel fürs Mainboard würde ich kürzer ausfallen lassen. Die Durchreiche oberhalb des Mainboards zur Verbringung von SATA Daten- und Stromkabeln würde ich ganz klar größer gestalten und 2 bis 3 Millimeter mehr Distanz vom Rost zum CPU-Lüfter würde ich auch spendieren.

Der erste Aufbau mit Boxed Lüfter geriet zum akustischen Fehlschlag

Einige Mühen wären mir erspart geblieben, hätte ich nur sofort den zur CPU und vor allem zum Chassis passenden Noctua Lüfter NH-L9i verbaut. Zunächst dachte ich nämlich, Intel habe ja in der Vergangenheit schon ganz passable Boxed Lüfter mitgeliefert, das werde schon gut gehen bzw. leise sein, so schlecht könne es ja nicht werden. Pustekuchen, der fertige Aufbau mit Intel Lüfter war die Hölle. Kleines Rechnerlein mit Turbinenmentalität. Ein Staubsauger auf geringster Stufe käme kaum weniger nervenzerfetzend ums Eck.

 

Der zweite Anlauf mit dem Noctua erforderte zwar das kurze Ausbauen des Mainboards mit allen Extremfummeligkeiten in Wiederholung, das Ergebnis war jedoch umwerfend. Für meine Ohren ist der Standardbetrieb mit dem Noctua CPU-Lüfter nun faktisch unhörbar. Tatsächlich habe ich auch schon einmal nachgesehen, ob sich das Ding wirklich dreht. Eine Wohltat.

Die Zutaten

  • Gehäuse InWin Chopin. Ein wundervolles ITX-Chassis mitsamt leisem 150 Watt Netzteil. Ca. 100 EUR.
  • Mainboard ASRock H310M-ITX/ac. Ich mag ASRock irgendwie. Schon immer. Preis ca. 95 EUR.
  • CPU Intel Core i3-8100 in der ‘Coffee Lake’ Inkarnation. Die interne Grafik versorgt spielend meine 3440*1440 Bildpunkte. Ca. 110 EUR.
  • CPU-Lüfter Noctua NH-L9i. Passt ins Chopin perfekt rein. Sehr leise. Preis ca. 40 EUR.
  • Arbeitsspeicher nach Wunsch, ruhig 32 GB. Orientiert Euch an der Kompatibiltitätsliste von ASRock. Ich habe zwei herumliegende Kingston KVR21E15D8/16 Module (2133 MHz, 1,2 Volt)  zu je 16GB hergenommen. Funktionieren prächtig, leider ohne ECC, da der auf dem Mainboard verbaute Chipsatz das nicht stemmen darf (ja Kinder, das ist Industriepolitik). Preis ca. 350 EUR.
  • SSD Samsung 860 EVO mit 1 Terabyte. NVME wäre mit dem entsprechenden Geschwindigkeitsplus im Slot auf der Unterseite des ASRock auch gegangen, allerdings bei 1 TB auch deutlich teurer in der Anschaffung. Außerdem habe ich bei sehr hoher SSD-Last negative Erfahrungen mit der Hitzeentwicklung bei NVME-SSDs. Und hinten im Chopin fließt keine Luft. Preis Ca. 260 EUR.

   

Hilfestellung den Zusammenbau betreffend

Ruhe, Antistatik-Armband, viel Licht und … noch mehr Ruhe. Die dicken Kabel in den Teilschritten langsam biegen und nicht ohne Not verdrillen. Vor dem Einbau des Mainboards CPU stecken, Lüfter montieren und RAM-Riegel setzen.

   

Das ASRock Mainboard mit der dem externen Anschlussfeld entgegengesetzten Seite ins Chassis bugsieren, dann die Seite mit jenen externen Buchsen nach unten bewegen und mit einem leichten Stupsi nach links in der vorab verclipsten Slotblende einpassen. Ins Bios, Lüfterprofil anpassen, Linux Mint installieren und des Glückes willfähriger Helfer sein.

 

Über John Cyber

Mittleren Alters und verheiratet. An Raumfahrt und high tech interessierter Programmierer. Stets für Software- und Hardwarebasteleien zu begeistern. Fürsprecher der Privatsphäre in Computern und Netzen.

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