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Vom Auszug der Saurier. Good Bye Big Tower!

Bei mir vollzieht sich ein Paradigmenwechsel. Im mittlerweile Jahrzehnte währenden Hardwarebasteln galt die Devise, dass das Mehr das Bessere darstellt. Hier beziehe ich mich auf ausufernde Gehäuseformate für ATX und E-ATX, überstarke Netzteile, raumgreifende Prozessorkühlkörper mit entsprechnden Lüftern, Chassis in Schrankgrößen und letztlich dem stereotypen Rauschen und Tösen. Dieser Dinge bin überdrüssig und das soll es nie wieder sein. Zumindest nicht im Wohnraum. Hier ein paar grundsätzliche Gedanken. Passende Artikel ob einzelner Projekte in dieser Richtung werden folgen. Weniger Blech wird mehr sein!

Nach dem Rauswurf der großen Gehäuse

In diesen Tagen kehrt Ruhe ein, wohlgemerkt nach Wochen des Loslösens. Mögen es Monate gewesen sein. Das Ergebnis jetzt wird die Stromrechnungen der Zukunft ihres dämonischen Potentials berauben. Zudem ist es ruhig. Im Hackerspace stören keine Core i5-Nutzcomputer auf Mini-ITX mit dicken tönenden Lüftern mehr. Keine sausende XEON-Workstation vereinnahmt die Wahrnehmung und ebenfalls keine lokalen Festplatten nerven mit Dreh- und Positioniergeräuschen. Stille schafft Glück. Und dann die Optik. Die Leere nach dem Auszug diverser Big-Tower in Form von Fractal Design R4 und R5, sowie mehreren Thermaltake Core V21 findet keine ausreichende Entsprechung im Wort ‘Wohltat’. Da kann die Seele ihre Flügel ausspannen, es ist Luft zum Atmen da, mehr vom bißchen Hackerspace steht zur Verfügung.

Am anderen Ende der 10 GbE Strecke der Serverraum. Das Tösen und Lärmen dort war aufgrund der vom Wohnen abgesetzten Aufstellung des Serverschranks siche nie ein Thema. Doch das Ding saugte Tag und Nacht am Portemonnaie. Allein die zwei USVs hatten ohne was dran schon 30 Watt an der Steckdose, was sich im Kontext von Klimawandel und horrender Energiepreise jegliche Daseinsberechtigung abspricht. Der FreeNAS Server zog mit seiner Armee von 4 TB HDDs ebenfalls 24/7/365 am Geldsäckel? Ja, wofür denn eigentlich? Ab und an ein paar VMs für die Clients, ein paar kleine Dienste, einmal am Tag und je Client ein Backup und hin und wieder mal etwas Streaming zu den HTPCs. Das war der Schaufelradbagger anstelle des Schippchens.

Nunmehr hat der Haushalt Cyber keine Serverhardware mehr. Ein Abstellraum ist gewonnen. Die jährliche Stromersparnis finanziert eine kleine Reise. Und im Hackerspace nur noch süße kleine Mini-ITX-Gehäuse, wohlgemerkt kaum größer als das beinhaltete Mini-ITX Board. Flankiert natürlich von iMac und MacBook Air.

In Zukunft: All-In-One, Mini-ITX und Kleinstrechner

Der nächste Artikel wird aufzeigen, was ich mir vorstelle mit Bezug auf zukünftige Bastelprojekte. Ein leistungsfähiger Mini-ITX Rechner im In-Win Chopin Chassis, praktisch lautlos und doch mit Power. Auch für 3440*1440 Pixels auf 34″ völlig ausreichend. Irgendwo warten noch Ideen für mindestens zwei ähnliche Rechner, hier aber spezialisiert für ihre Anwendungen. Generell werde ich kaum mehr einen Big-Tower kaufen, oder einen Midi-Tower, oder einen Cube mit unsinnigen 90% ungenutzten Volumens.  Am Horizont warten weitere spannende Ideen auf ihre Wahrwerdung: Raspberry Pi Rechner mit eigenem Solarmodul. Unabhängig vom Stromnetz und per Funkstrecke sind dieses irgendwo draußen und liefern bei Bedarf ihre Services, den Rest aller Zeit weilen die Dingerchen im Schlummermodus. Leider wird die extremste Inkarnation dieses Technikzweigs ein winziger intelligenter und autonomer Quadrocopter und für die Gesellschaft an sich ein Riesenproblem, aber das ist ein ganz anderes Thema.

Auch draußen, auch mit Solar, aber mit einem ganz anderem technischen Profil könnte ich mir ebenfalls einen ASIC-Miner vorstellen, bei 300 bis 400 Watt, nächtens im Ruhemodus, aber den Rest der Zeit nur aus der Sonne heraus Bitcoin, Ethereum, Monero und Co schürfend. Das wird Spaß machen.

Die Retrospektive ab den Achtzigern

“Besser” als der Commodore C64 war der C128D im Desktop-Gehäuse, also “so für Monitor drauf”. Besser als der Amiga 500 war in nicht nur meiner Wahrnehmung der Amiga 2000 und so setze sich das fort. PCs von Peacock, Schneider und Vobis hatten groß zu sein. Erweiterungskarten mehrten den Stolz. Wenn die grauen Flachbandkabel den Innenraum füllten, dann war das schon eine Schau. Zwischen den Jahren hatte ich im Arbeitsrechner 10.000U SCSI-HDDs mit aktiv gekühlten ADAPTEC-Karten und allen Schikanen. So im Rückblick kann man nur drüber lächeln. So ging das weiter und weiter, über 1000 Watt Netzteile in Consumer PCs bis hin zu Gaming Setups mit zwei dicken dedizierten Grafkkarten. Der Bruch ist im Rückblick und meiner Meinung nach an zwei Entwicklungen festzustellen, der SSD und der APU. Der Weggang von lauten und langsamen Festplatten und die Verheiratung von GPU und CPU machen es. Da wird sich noch einiges tun. So ist die aktuelle 90 EUR APU Ryzen 2000G von AMD ein Fingerzeig auf die Dinge, die noch passieren werden. Auf dieser APU sind vernünftig Spiele in 1080p zu machen, CAD wie ernstere Geschichten gehen selbstredend auch.

Die Dinge bleiben spannend.

Über John Cyber

Mittleren Alters und verheiratet. An Raumfahrt und high tech interessierter Programmierer. Stets für Software- und Hardwarebasteleien zu begeistern. Fürsprecher der Privatsphäre in Computern und Netzen.

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