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Vom Bau meiner Mac OS Workstation mit dem MSI C236A, Intel Xeon und 64 GB ECC-RAM

Die langgediente Hackintosh-Workstation wollte ich durch etwas Neues ersetzen. Natürlich sollte wiederum Mac OS das primäre Betriebssystem sein, welchem ein Linux Mint als bootbare Alternative zur Seite stünde. Natürlich kam ein originärer Mac Pro ganz theoretisch in Betracht, immerhin tummeln sich bei John Cyber mehrere Mac Pro im Alu-Tower und mit mittlerweile musealem Charakter. Praktisch aber hat sich Apple ganz viel Mühe gegeben, den aktuellen Mac Pro unter keinen Umständen und nicht für eine Sekunde als kaufbare Variante für mich in Betracht zu ziehen. Also wurde es wiederum ein Hackintosh.

Grundsätzliches zur Computerhardware für daheim

Als richtiger Computerfreund setze ich auf mehrere Rechner in diversen Formen. Aber schon lange gibt es für mich je Zeitabschnitt ‚den‘ einen Rechner, welcher sowohl universell als auch für spezielle Aufgabenstellungen das Zeug hat, im täglichen Tun der Rechner meiner Wahl zu sein. Die Zeit brachte Erfahrung und so fielen meinem jeweiligen Hauptrechner immer mehr Charakteristika einer Workstation zu. Ich wollte ein gutes Gefühl am Rechner, eine verlässliche Leistungsfähigkeit und die Wahrscheinlichkeit korrupter Daten auf ein Minimum reduzieren. Früh zeigte sich auf der Betriebssystemseite, dass das mit Microsoft Windows nicht zu machen ist. Die Zeit bestätigte das auf das Genüsslichste und seit Windows 10 sollte der letzte Betriebsblinde zur Einsicht gefunden haben.

Auf der Hardwareseite habe ich mich schon seit Jahren auf Intel XEON Prozessoren eingeschossen. Mit ist von Anbeginn kein XEON ausgestiegen und die Rechenleistung war immer famos. Es weiß ja nicht jeder, dass Intel insofern effizient designt und produziert, als dass die Core i7 CPUs und die XEON Cpus  vom selben Wafer stammen. Die Unterschiede sind festzumachen an der von Intel dem jeweiligen Prozessor zugewiesenen ‚Persönlichkeit‘, sprich i7 oder XEON und an dem Umstand, von welcher Position auf dem  Wafer genau das geliebte Chiple stammt. Die XEONs stammen nämlich aus der Mitte des Wafers, der geringeren Defektdichte in der Mitte sei Dank.

Seit meiner allerersten Grafikkarte von Nvidia bin ich dem Laden recht treu. Müsste so um 1998 gewesen sein mit der Nvidia Riva 128 und als kostenlose Dreingabe war das Game Destruction Derby in der Schachtel. Jauchz! Jedenfalls bin ich irgendwo Nvidia-Mensch und die Karte der Stunde ist aus meiner Sicht die GTX 1060. Super Mix aus Preis, Strom und Leistung.

Und eine Workstation braucht fehlerdetektierenden und -korrigierenden Arbeitsspeicher (ECC-RAM). Lasst Euch da draußen im Netz keinen Bären aufbinden von all denjenigen, die ECC-RAM als überteuerte Business- und Rechenzentrenhardware einstufen. Vielmehr ist es ganz einfach das geringste mögliche Zutun dafür, dass die Hardware keine Speicherfehler begünstigt, und Speicherfehler sind im harmlosesten Fall dergestalt, dass der Rechners plötzlich stoppt oder ein JPEG im Klötzchenmosaik für große Augen sorgt.

ECC-RAM sollte in absolut jedem Computer dieser Welt Standard sein, weil ohne handelt es sich um Spielzeughardware. Wäre auch kein Problem, echte technische oder kostenseitige Hemmnisse existieren nicht, aber die Industrie hat mit ECC ein überteuertes Schmankerl für die ‘Pro’ und ‘Business’ Schiene parat.

Die traurige Geschichte von der vergessenen Spartenklientel

Apple brachte den aktuellen Mac Pro im Mülleimerdesign im Juni 2013 auf den Markt. Wie der Konzern mittlerweile zugegeben hat, ist das thermische Design eine Sackgasse und nicht zukunftsträchtig, eigene Grafikkarten sowie andere PCI-E Erweiterungen sind schlicht nicht im Gehäuse vorgesehen und über externe Erweiterungsboxen mit Anbindung per Thunderbolt! und zum Preis eines Gebrauchtwagens! bin ich zu reden nicht gewillt … 😉

Unlängst hat Apple in ganz ungewohnter Offenheit Missgeschicke den aktuellen Mac Pro eingeräumt und Ausblicke auf den kommenden Mac Pro gegeben, welcher wieder erweiterbar sein soll, doch wohl erst 2018 erscheinen wird. Kernaussage: “Wir haben Euch nicht vergessen.” Ein günstiger Nebeneffekt war, dass NVIDIA nur Tage später unter diesem frischen Wind endlich die Mac OS Treiber die Grafikkarten der aktuellen 10xx Generation veröffentlicht hat. Viele Monate lang hat NVIDIA nämlich von vielen Käufern der Hackintosh Community Geld für Hardware bekommen, ist aber den passenden Treiber schuldig geblieben. Ist ja vorbei, zum Glück!

Unter Umständen wird es von Apple noch einen iMAC mit ECC-RAM geben. Aber ich will jetzt aktuelle Hardware und nicht noch 12 Monate warten, wo dann vermutlich wieder ein Grundpreis für die Minimalkonfiguration von jenseits 3000 EUR aufgerufen wird.

Ich wollte einen schwarzen Tower mit viel Luft drin und der Möglichkeit im Nachhinein noch einigen Festplatten zu stecken. Obgleich, die aktuelle Zusammenstellung kennt nur SSDs und meine Hoffnung ist, dass die Preise für 2 TB SSDs alsbald fallen. Starten sollte der Rechner von einer M.2 NVMe SSD, denn Lesegeschwindigkeiten von um die 2000 MB/s sind schon eine feine Sache. 64 GB ECC-RAM braucht es natürlich, den ein unixoides System liebt RAM! Zwei 500 GB SSDs im 2,5“ Format sollten für die Nutzdaten herhalten. Intel XEON ist logisch. Als Grafikkarte kam in meinem Fall für die Anbindung an den HP Monitor Envy 34c mit seinen 3440*1440 Pixel eine NVIDIA GTX 1060 mit 6 GB VRAM sehr schnell in die engere Auswahl. Und nach sehr langer Zeit habe ich wieder zu einer Hauptplatine von MSI gegriffen.

Das sind knapp 2240 EUR Anschaffungswiderstand. Verglichen mit der Alternative im Designs eines schwarzen Eimerchens und dem Startpreis von deutlich über 3000 EUR mitsamt 16 GB ECC-RAM (1866 MHz) sind hier 64 GB ECC-RAM (2133 MHz) drin. Und die Grafik ist tauschbar.

Der Aufbau der Hardware

Irgendwie habe ich eine Schwäche für die Gehäuse der Schweden. Doch Fractal Design zeigte zumindest in meinen Käufer auch immer Schwächen, was die Liebe zum Detail angeht, oder aber die Qualitätskontrolle. Auch im vorliegenden Define R5 waren zwei Gewinde für die Mainboard-Schraubsockel nicht ohne Zutun benutzbar. Der linke USB 3.0 Port an der oberen Front war schlicht zu eng für jeden versuchten USB-Stecker und mit der Hilfe eines Schraubendrehers wurde es dann. Positiv: Das Gehäuse sieht schick aus, hat Platz, die Sache mit den Laden für die Laufwerke ist gut gemacht, die absorbierenden Füße und die Staubfilter sind gut und die Tür ist im Anschlag veränderbar.

Wie bei CPU-Kühlern normal, war die Anleitung von Enermax aus meiner Sicht stark verbesserungsfähig und ich würde mir wünschen, dass näher definiert würde, wie fest die Schrauben an der Kühlkörpermontur gezogen werden müssen. ABER: Der Kühler ist in seinem schwarz schick und der blaue Lüfter hat durch das Seitenfenster des Define R5 eine nette Optik.

Das MSI-Board brachte keine größeren Überraschungen. Das BIOS ist in der Optik aus meiner Sicht verspielt und unnötig vereinfacht, das können andere Größen wie Asus und ASRock eindeutig besser. Will man mehr USB 3.0 Slots, z.B. an einer hinteren PCI-Blende, dann bitte den Stecker dieser Erweiterung an dem internen USB 3.0 Konrektor des MSI-Boards VOR dem Einbau des Mainboards stecken. Die Stifte dieser internen Buchse verbiegen ohne Sichtkontrolle nämlich sehr leicht, wenn man beim Aufstecken, des im Detail oft nicht hunderprozentig passenden Spritzgusssteckers, Kraft zum Stecken aufwendet.

Die Installation des Mac OS

Man kann ohne die Tools von tonymacx86.com das Ganze sicher auch direkt mit Clover und Co bewerkstelligen, aber mit UniBeast zum Erstellen des bootbaren USB-Sticks und mit MultiBeast für das initiale Einstellen nach der Installation von MAC geht es doch gleich viel leichter.

Die Asympathien mancher Hackintosh-Communities gegenüber tonymacx86 teile ich nicht. Sollte jemand von Euch dieses System nachbauen wollen und keine Erfahrung mit der Thematik mitbringen, so lohnt sich das erstmalige Eindringen in den Gesamtkomplex rund um Hackintosh. Als Computerfreund will man es schließlich selbst hinbekommen, zudem ist die Community agil und nett. Ein perfekt laufendes System ist bei Könnern und Kennern in einer Stunde aufgesetzt. Bei Einsteigern erhöht sich der Zeitbedarf auf  1 Stunde + x. 😉

Das Booten von der NVMe SSD

Zu beachten ist, dass das System der Performance wegen von der NVMe SSD starten soll. So einfach funktioniert das aber nicht mit Bezug auf die gewählte Hardware.  Die Kernel Extension von RehabMan ist hierfür das Mittel der Wahl.. Aus /System/Library/Extensions gehört die IONVMeFamily.kext getreu der Anleitung von RehabMan durch die passend zur Mac OS Version erzeugte HackrNVMeFamily-10_12_5.kext ersetzt.

Für Einsteiger ist die einfachste Variante ein wenig arbeitsreicher: Mittels Unibeast ganz regular auf eine gewöhnliche SATA 2,5″” SSDs installieren, nicht auf das NVMe device, dann den Patch von RehabMan aufbringen, den Inhalt der 2,5″ SSD mit dem Carbon Copy Cloner auf die Intel NVME SSD übertragen von dort starten und nochmals MultiBeast für die Aufbringung des Clover Bootloaders ausführen. Es ist alles nicht so schwer. Und die tonymacx86 Community hilft gerne, wenn man freundlich fragt und zuvor die Suchen-Funktion im Forum benutzt hat.

Wie der Nvidia Grafiktreiber seine Arbeit aufnehmen kann

Zuallererst braucht es den sogenannten Web Driver von Nvidia und der ist mitunter nicht initial auf Anhieb zu finden. Eine gute Anlaufstelle ist dafür die Website Mac Vid Cars, dort ist unten immer das neueste Treiberpaket auf dem Nvidia Server verlinkt. Laden, installieren. Hiernach steht in den Mac OS Systemeinstellungen weiter unten das Tool NVIDIA Driver Manager zur Verfügung. Klicken und im Karteireiter Graphic Drivers den Eintrag ‘NVIDIA Web Driver’ anstelle von ‘OS X Default Graphic Driver’ aktivieren.

Nach einem Neustart wird mit hoher Wahrscheinlichkeit aber noch immer nicht die ‘gute’ Grafik arbeiten und in diesem Tool noch immer der OS X Standardtreiber sein Werk verrichten. Deswegen nun mit dem EFI mounter v3  die EFI Partition auf dem Startlaufwerk (sagt man wohl immer noch so, obwohl sich da nichts mehr dreht…), ins Verzeichnis EFI wechseln, dann auf CLOVER und dort die Datei config.plist mit dem zuvor installiertem Clover Configurator öffnen. Dort im linken unteren ‘Tools’ Bereich den Punkt ‘Install Drivers’ auswählen. Hier im Bereich ‘Drivers UEFI 64 Bit’ das Paket ‘EmuVariableUefi’ per Klick auf das System bringen. Nun nochmals im NVIDIA Driver Manager den ‘NVIDIA Web Driver’ auswählen, neu starten und perfekte Grafik erfreut des Computerfreunds Herz.

So wird der Ton über DisplayPort am Monitor ausgegeben

John Cyber selbst ist großer Fan des gekrümmten 3440*1440 Punkte Bildschirms HP Envy 34c der Hewlett-Packard Company. Das Sahneschirmchen ist mittels DisplayPort an der EVGA 1060 GTX angeschlossen und eine zusätzliche USB-Lautsprecherbox wäre da unschöner Überfluss. Ohne Zutun kommt kein Ton aus den Boxen des Envy 34c. Der tonymacx86 Forist ok1ok1 hat mit seinem Beitrag ‘Clover HDMI audio for NVIDIA & AMD cards. Easy way.‘ die Lösung an der Hand. Die im Beitrag #1 des Threads verlinkte DMG-Datei wird von Dropbox geladen und gemountet. Die dort enthaltene Kernel Extension HDMIAudio.kext wird dann nach /System/Library/Extensions kopiert. Hiernach wird mittels des wunderbaren russischen Helfers Kext Utility den Caches und Permissions ein kleiner Service zuteil. Neu starten und Ton über DisplayPort am Monitor erfreut das Ohr. Systemweite Lautstärke fehlt, das ist ein kleiner Makel. Die Lautstärkeeinstellung am Monitor bleibt immer möglich und auf Applikationsebene wird die Lautstärke per installiertem Soundflower, einem virtual audio output device, variierbar. 

Belohnt wurde ich wieder einmal mit einer sehr leistungsfähigen Hardware, welche eine ideale Basis für mein ‚immer-noch‘ Lieblings-Betriebssystem ist. Bewährte robuste Mac-Anwendungen halten mich in ihren Bann, ich bleibe frei von Microsoft-Bevormundung, echter unixoider Unterbau und ein gehöriges Maß mehr an Sicherheit bleiben Normalität. Mehr braucht es nicht zum Glück.

Über John Cyber

Mittleren Alters und verheiratet. An Raumfahrt und high tech interessierter Programmierer. Stets für Software- und Hardwarebasteleien zu begeistern. Fürsprecher der Privatsphäre in Computern und Netzen.

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